EIN COCKTAIL - 

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Nächstes Konzert von Trick`n Trust: 27.02. 2010, Zeche Fröhliche Morgensonne, Bochum Wattenscheid
Teil I: Vorgeschichte
Angefangen hatte alles im Sommer 2006. Wir waren 14 und verbrachten viel Zeit im Stadion beim „Public Viewing“ der WM-Spiele. In den Halbzeiten spielten, um die Massen anzuheizen, mehr oder weniger bekannte Bands aus der Umgebung. KingsTonic aus Dortmund gefielen uns sofort. Hübsche Jungs, sehr laut, tanzbar und mit Texten wie „Fuck your neighbour“... Wir waren begeistert!
Nach ihrem Auftritt belagerten wir die Band, holten uns Autogramme, machten Fotos und – aus heutiger Sicht, blamierten uns ganz schön.
Auch nach der WM in Deutschland legte sich diese Begeisterung nicht. Ganz im Gegenteil, wir wollten immer mehr. Wir begannen, auf Konzerte zu gehen, erst nur zu denen von KsT, lernten aber mit der Zeit immer mehr lokale Größen wie Omas Zwerge, Kind im Magen? und Arme Ritter kennen und waren schon sehr bald jedes Wochenende auf ihren Konzerten. Dabei ging es um viel, viel mehr als nur die Auftritte der Bands. Wir fälschten unsere Schülerausweise um in die Clubs und Kneipen zu kommen, fuhren nach Düsseldorf, Dinslaken, Köln, Duisburg, Münster oder sogar Hamburg und verbracht dort so einige Nächte, mal bestellten wir nach der Show mit den Jungs von NoMeyers50 Pizza und Sekt um im GoGoRoseclub in Münster auf Puahs 15. Geburtstag anzustoßen (morgens um 8 saßen wir dann nach einigen Stunden hin-und her gependel in der S1 zwischen Dortmund und Düsseldorf völlig fertig in der Schule), mal verbrachten wir die ganze Nacht zwischen Verstärkern und Boxen im Proberaum von KsT in Gelsenkirchen, und ein anderes Mal zogen wir während des Hamburger Hafengeburtstages durch die Kiezkneipen und schliefen dann, zwischen Besuchern aus ganz Deutschland mit Schlafsack und Isomatte auf dem Hamburger Hauptbahnhof. 
Natürlich waren diese Nächte die Ausnahme, meistens fuhren wir nach den Konzerten und etwas Small Talk alle zusammen wieder nach Hause, aber wir waren so etwas wie eine kleine Familie. Immer wieder trafen wir auf die selben Gesichter, grölten die Songs mit und hofften auf den großen Durchbruch „unserer Bands“. Jetzt, wo einige dieser Bands tatsächlich ziemlich bekannt sind, fette Major - Deals haben und vor mehreren hundert Leuten spielen, zerbricht diese Gemeinschaft langsam. Trotzdem ist es immer wieder eine riesen Freude, wenn dann alle mal wieder zusammenkommen.Ich glaube, dadurch das wir, anders als die meisten Jugendlichen, damit anfingen, auf kleine Konzerte von lokalen, noch wenig erfolgreichen Bands zu gehen, haben wir dieses ganze „Bandding“ viel intensiver und facettenreicher kennengelernt. Die meisten Leute werden zu Fans, wenn ihnen das, was sie im Radio hören, im TV sehen oder ihnen im Internet empfohlen wird, das was bereits berühmte Leute singen, spielen oder sagen, besonders gut gefällt. Dann kaufen sie sich vielleicht Konzerttickets für 49,90 € -  plus Vorverkaufsgebühr natürlich -  und stehen dann mit 500, 1000 oder gar 10. 000, Leuten in der LiveMusicHall, den Westfalenhallen oder der Zeche und freuen sich darüber, wie toll der oder die Künstlerin aussieht, wie gut die Lichtshow ist und wie hoch die Soundqualität ist. Aber – wenn sie nicht ganz ganz ganz viel Glück haben, werden sie ihren „Star“ niemals aus der Nähe sehen, seinen Schweiß riechen und sich mit ihm darüber unterhalten, wieso er das was er singt singt, wie ihm das Bier in diesem Club schmeckt und wie es ihn genervt hat, dass ständig die Monitorbox ausgefallen ist...
Auf solchen Konzerten war ich natürlich auch schon. Und es war toll, die Band der Hammer und Sound und Licht  wirklich fast wie im Radio oder Fernsehen.
Aber trotzdem glaube ich, dass das allein nicht gereicht hätte, mich zu begeistern fürs Musik machen,  Konzerte spielen und wilde Aftershowpartys mit Freunden und Bekannten feiern. 
Auf kleinen, fast intimen Konzerten mit vielleicht 50 Zuschauern wirkt einfach alles viel realer – man ist näher dran an dem echten Geschehen und spürt, was die Leute auf der Bühne antreibt...
Genau dieses Gefühl, diese Stimmung hat mich, Lili und Puah dann auch schließlich dahin gebracht, es doch auch selbst mal zu versuchen...
Und dann haben wir einfach beschlossen, es nun zu wagen. Keiner von uns spielte damals ein bandtaugliches Instrument und auch sonst war uns praktisch alles was dazu gehörte, völlig fremd. Die Rollenverteilung in der Band ging trotzdem sehr schnell. Lili wollte schon immer Gitarre spielen, Puah war schon immer die talentierteste Sängerin unter uns und ich schon immer die unmusikalischste, ich wurde zur Bassistin! Und in Nora, der drei Jahre jüngeren Schwester von Puah fanden wir die perfekte Schlagzeugerin – sie war damals die einzige, die ihr Instrument schon länger spielte... 
Worüber man sich alles Gedanken machen muss, wenn man plötzlich eine Band gegründet hat, fiel uns erst mit der Zeit, Stück für Stück auf. Wie sollte unsere Band heißen? Wollten wir auf Englisch oder Deutsch singen? Und Warum? Woher einen Proberaum nehmen, ohne Geld, ohne volljähriges Mitglied? Und dann, wenn all das geklärt ist – wie fängt man eigentlich an zu proben und Lieder zu schreiben?