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Unterwegs mit Niklas Blank
"Die Welt ist der Rhythmus nach
dem ich tanze..."
Interview, Text und Fotos: Clara
Jung
Niklas Blank ist Künstler. Eine andere Bezeichnung für ihn
gibt es nicht. Seit 4 Jahren lebt der 22 Jährige in Essen, aufgewachsen
ist er in Munderkingen, Baden -Württemberg. Hier in Essen trafen wir
uns und sprachen über die Dinge, die ihn beschäftigen, die er
macht und von denen er träumt. Doch zunächst seine Geschichte:
Seit Niklas, genannt Nikki, 4 Jahre alt ist, spielt er verschiedene Instrumente,
unter anderem Gitarre, Klavier und Cello. Mit 10 gründet er mit seiner
Cousine seine erste Band, „The cool two“. Drei Jahre später heißt
seine Band „Fuck or Die“, mit 16 tritt er unter dem Namen „Flower in December“
auf. In dieser Zeit entstehen unter anderem viele Songs, die er auch heute
noch für seine derzeitigen Projekte nutzt. „Autumn leaves in Spring“,
eine Emo-Pop Band die er kurz vor seinem Umzug nach Essen gründete
und die auch in Essen weiterlebt, sowie sein allerneustes Projekt: „Petite
Fauxpas“, ein Klavier, zwei Violinen, Musik, die er als Neon-Klassik bezeichnet.
Zwischendurch wirkt er außerdem immer wieder in verschieden Bands
mit, unter anderem bei „Grace“ und den „Dead Bohemes“. Außerdem arbeitet
er als Songwriter und Komponist. Er liebt die Musik, kann sich nicht vorstellen,
je etwas anderes zu machen. Doch ganz aus Versehen ist er auch zu einer
ganz anderen Kunst gekommen. Was als Selbsttherapie
begann, ist plötzlich zu einem weiteren Ausdrucksmittel seiner Selbst
geworden: Seine Tagebücher. Mit ihnen versucht er, seine
Gefühle zu verarbeiten. Dabei entstehen faszinierende Collagen aus
Texten, Zeichnungen, Fotos und ausgeschnitten Zeitungsschnipseln. Einmal
hat er sie bereits ausgestellt, doch verstehen kann er das Interesse an
diesen Büchern nicht. Für ihn ist es der Versuch, neben seiner
Musik etwas zu erschaffen, dass weiterlebt, wenn er einmal nicht mehr ist.
„Ich halbiere meine Seele: die eine Hälfte nehme ich mit ins Grab,
die andere Hälfte soll auf dieser Erde als mein Requiem bleiben“.
Bei alldem sieht er sich jedoch nicht als Schöpfer sondern
einzig als Übersetzer der Muse seines Geistes an. Wenn in seinem Kopf
Ideen entstehen, die er nicht lenken kann, braucht er einen Übersetzungsträger,
seine Instrumente, Hände, Papier. Dann tut er einfach das, was sein
Kopf ihm befiehlt. „Das ist das einzige, was ich
glaube, gut zu können“. Mit seinem Können berühmt
werden, ist nicht sein Wunsch. Nicht er soll im Rampenlicht stehen, sondern
die Werke an sich. Das passt zu ihm,denn trotz seines auffallendem Stils,
ist er eher ein schüchterner Einzelgänger, der einfach nur normal
sein möchte, und das tun, was er liebt. „Das
Zeug nimmt mir meine Angst“, sagt er, und man glaubt es ihm
aufs Wort.
Was ihn antreibt, kann er nicht sagen, auch nicht, warum er genau das
tut, was er tut. „Die Welt ist der Rhythmus, nach dem ich tanze“. Es scheint,
als bemerke Niklas Blank nicht, dass das was er erschafft, etwas ganz besonderes,
einzigartiges ist.
Kontak zu Niklas Blank: www.myspace.com/alisila
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