Schon seit
Urzeiten scheinen sich Menschen zu bemalen um sich von anderen zu
unterscheiden, meist wiesen Bemalungen auf besondere Talente, Leistungen
oder auf die Stellung im Volke hin. Bestimmte Naturvölker wie z.B.
die Indianer bemalten sich aus ähnlichen Gründen, wobei sie Farben
und Formen zusätzlich noch besondere Bedeutungen zu sprachen. Wieder
andere Bevölkerungsgruppen wie die Geishas bemalen sich seit Jahrhunderten
immer nach ein und dem selben Muster.
Das moderne Bodypainting,
welches man heutzutage oftmals auf Messen sieht, entwickelte sich erst
in den 1960er Jahren in der Kunstszene.
Es war die Zeit der Hippies
und der Rebellionen gegen die sich entwickelnde Industriekultur als Künstler
anfingen den nackten Körper als Leinwand anzusehen. Sie begannen Abstraktes,
wie Punkte und Streifen, als auch Reales, wie z.B. Hemden und Hosen auf
den
Körper zu malen.
Verschiedene Techniken ermöglichen
es, die Farbe auf den Körper aufzutragen. Die wohl gebräuchlichste
ist es mit Pinsel und Schwamm zu arbeiten. Hierbei kann sowohl feste als
auch flüssige Farbe verwendet werden. |
Künstler, welche mit
trockenen Farben arbeiten, sitzen oft 8 Stunden an einem Bodypainting.
Da man durch die Beschaffenheit der Farbe sehr detailreiche Ergebnisse
erzielen kann, ist es aufwändig und dauert lange. Mit flüssiger
Farbe kann man nicht ganz so viel heraus arbeiten, da die Farbe verschwimmen
kann. Allerdings dauert die Arbeit auch nicht so lange und es lassen sich
durch die unterschiedlichen Werkzeuge trotzdem viele interessante Effekte
erzielen.
Neuerdings findet außerdem
die Airbrushtechnik immer mehr Anhänger, auch beim Bodypainting, da
z.B. mit mehreren Farbschichten gearbeitet werden kann und es so zu ausgesprochen
filigranen Werken kommt. Die Farbe wird mit einer Airbrushpistole ( ähnlich
wie eine Lackiererpistole) aufgesprüht.
Die Nachteile sind, dass
die Ausstattung sehr kostspielig ist und der andauernde, leicht
kühle Luftzug zur Folge
hat, dass die Models frieren könnten.
Innerhalb von 2-8 Stunden
entsteht ein Kunstwerk, zwar ein sehr kurzlebiges, doch durch Bilder und/
oder Videos werden die Körpermalereien oft festgehalten und diese
werden wiederum selbst zu Kunstwerken.
Viele Fragen sich, ob es
nicht komisch ist, unbekleidet bemalt zu werden, vor allem wenn Zuschauer
dabei sind. Meiner Erfahrung nach fühlt man sich anfangs zwar etwas
unbehaglich, doch sobald auch nur etwas Farbe auf dem Körper ist fühlt
man sich fast wie angezogen. Es ist ein kleines Abenteuer aus dem man mutiger
heraus geht...
Olivia Stöcker
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